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Die 19. Etappe der 2011 Tour de France

 

 

 

  Foto: Griffephotos.com

Die 19.te Etappe der 2011 Tour de France

(Ein „kleiner“ Bericht über das Saisonziel 2012)

 

E

s war der 16.August 2011, mein 49. Geburtstag und es kam die unvermeidliche Frage,

 

was mache ich zum 50.sten.

 

Mit Freunden, Bekannten und Verwandten feiern oder die „Flucht“ ergreifen und verreisen?

 

Nach etwa 1 Woche der reiflichen Überlegung entschieden wir uns zum wegfahren.

 

Eigentlich ist der 50.ste ein Geburtstag wie jeder andere und die Jahre vorher habe ich immer

 

eingeladen oder die Freunde sind so vorbeigekommen. (Was Sie auch immer noch dürfen)

 

Also wegfahren, auch nicht zuletzt deshalb,

 

da wir mehrere Jahre lang keinen Urlaub gemacht haben. Bleibt die spannende Frage, wohin?

 

Das heimliche „17.te“ Bundesland von Deutschland erkunden?

 

Nee, da war ich 10 Jahre lang jedes Jahr, zwar nicht zum Radfahren, aber das reicht erst einmal.

 

Gestrichen.

 

In Deutschland bleiben und die schönen Seiten unserer Heimat erkunden, das wäre doch was!

 

Wangerooge!? (Unsere Lieblingsinsel)

 

Nun ja, die Insel ist sehr schön, erholsam und schnell zu erreichen.

 

Und wenn ich dann mit dem Basso-Renner und ATS-Trikot meine Runden über den Deich drehe,könnte ich es sogar auf die Titelseite des Jeverersches Wochenblatt schaffen.

 

Überschrift:

 

„Fahrer der Tour der France hat sich verfahren und findet den Ausgang nicht“.

 

Also verworfen.

 

Die „neuen“ Bundesländer?

 

Teilweise sehr schön, teilweise sehr steil, teilweise sehr einsam.

 

Verworfen.

 

Süddeutschland (Bayern)?

 

Leckeres alkoholfreies Hefeweizen, aber zu viele Freistaatler die kein Hochdeutsch sprechen.

 

Verworfen

 

Nicht das es in Deutschland keine schönen Reiseziele gibt, Nein!

 

Aber die können wir  ein anderes Mal anfangen zu bereisen bzw. zu erkunden. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Radsport, da war doch was! Richtig.

 

 

 

 

 

 

 

Belgien, das wäre doch eine Alternative.

 

 

 

 

 

 

 

War ich schon, mit dem ATS, Hagen - Liévin (Frankreich) und zurück.

 

 

 

 

 

 

 

1000 Km in 4 Tagen und in 2-3 Std. sind die Frühjahrsklassiker auch ohne Urlaub erreichbar.

 

 

 

 

 

 

 

Verworfen.

 

 

 

 

 

 

 

Was ist mit den Niederlanden? Nette Leute, super Radwege,flaches Land mit viel Gegenwind und kurzen, knackigen Anstiegn.

 

 

 

 

 

 

 

War ich auch schon,

 

 

 

 

 

 

 

wieder eine Alternative abgewählt.

 

 

 

 

 

 

 

Was bleibt da dem einfachen aber doch ambitioniertem Radsportler?

 

 

 

 

 

 

 

Genau.

 

 

 

 

 

 

 

Frankreich, das Land der Velos, Pedaleure und Ausrichter der Tour de France!

 

 

 

 

 

 

 

Gut, das Land ist gefunden, aber es ist groß, wohin?

 

 

 

 

 

 

 

Süd Frankreich, Cote d Azur ist toll, waren wir schon.

 

 

 

 

 

 

 

Verworfen.

 

 

 

 

 

 

 

Bretagne und  Atlantikküste, waren wir schon (Hochzeitsreise).Verworfen.

 

 

 

 

 

 

 

In dem Moment ereilte mich ein Gedanke:

 

 

 

 

 

 

 

 Wieso nicht eine Etappe der Tour nachfahren? So nach dem Motto:

 

 

 

 

 

 

 

Auf den Spuren der Profis.

 

 

 

 

 

 

 

Die 98. Auflage der Tour war Geschichte, auf Papier gedruckt und bei 3430 Km,

 

 

 

 

 

 

 

mit 21 Etappen, sollte sich doch etwas finden lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 Pyrenäen zu weit, Bretagne und Atlantikküste zu wenig Auswahl,

 

 

 

 

 

 

 

Zentralmasiv, joo aber nichts Geschichtsträchtiges.

 

 

 

 

 

 

 

Wenn schon denn schon, also ….ab in die französischen Alpen.

 

 

 

 

 

 

 

Und da war Sie, die 19. Etappe der 2011er Tour de France. 

 

 

 

 

 

 

 

Von Mondane über den Col de Telegraph mit 1566m,

 

 

 

 

 

 

 

den Col de Galibier mit 2642m und Bergankunft in Alpe de Huez mit 1680m.

 

 

 

 

 

 

 

Mehr an Geschichte und näher an den Profis geht ja mal gar nicht, das steht fest!

 

 

 

 

 

 

 

Zugegebenermaßen schwer, sehr schwer, aber nicht unmöglich.

 

 

 

 

 

 

 

Doch vor dem Erlebnis steht die Frage, wo wohnen?

 

 

 

 

 

 

 

Immerhin sind es doch so bummelig 900 Km bis zum Start dieser Etappe.

 

 

 

 

 

 

 

Wir entschieden uns für 1 Woche Übernachtung mit Frühstück in Aix les Bains.

 

 

 

 

 

 

 

Der Ort liegt oberhalb (Kartenansicht) von Grenoble am Lac du Bourget.

 

 

 

 

 

 

 

Kurz um, im Zeitalter des Internet geklickt, gebucht und das Training konnte beginnen.

 

 

 

 

 

 

 

Die Vorbereitung lief gut, bis zum 16.10.2011, der Abschluss- RTF in Haltern.

 

 

 

 

 

 

 

Fazit der ersten ¾ Stunde nach dem Start,

 

 

 

 

 

 

 

das Rad von Thomas kaputt, er von Hautabschürfungen übersäht und an Stellen,

 

 

 

 

 

 

 

die normalerweise nicht in Mitleidenschaft gezogen werden!

 

 

 

 

 

 

 

Mein Sattel krumm, etwas Lack am Rad ab, ich das rechte Handgelenk,

 

 

 

 

 

 

 

den rechten Unterarm gebrochen, alle Bänder der rechten Schulter gerissen incl.

 

 

 

 

 

 

 

einem Schleudertrauma. Klasse, das zum Thema Vorbereitung.

 

 

 

 

 

 

 

 An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich die Firma KED erwähnen,

 

 

 

 

 

 

 

der es zu Verdanken ist,

 

 

 

 

 

 

 

das ich diesen Bericht Heute noch schreiben kann.

 

 

 

 

 

 

 

Das Unternehmen baut sehr gute Helme.

 

 

 

 

 

 

 

Erst auf den zweiten Blick war nämlich zu erkennen, dass

 

 

 

 

 

 

 

die Schutzschale auf der rechten Seite komplett durchgebrochen war.  

 

 

 

 

 

 

 

Es folgte 1 Woche Krankenhaus und bis kurz vor Weihnachten

 

 

 

 

 

 

 

war der Arbeitsplatz meines Arbeitgebers verwaist.

 

 

 

 

 

 

 

In dieser Zeit kamen in mir 1 bis 3 Zweifel hoch, kein Radfahren, keine Kondition,

 

 

 

 

 

 

 

ist das Saisonziel 2012 zu schaffen?

 

 

 

 

 

 

 

Thomas (als einziger in das Vorhaben eingeweiht)

 

 

 

 

 

 

 

Helmut, Heike, Carsten, Maik, Erhard und viele andere ATS Mitglieder,

 

 

 

 

 

 

 

wussten aber wie verletzte Radfahrer zu motivieren sind.

 

 

 

 

 

 

 

Euch allen ein dickes Danke.

 

 

 

 

 

 

 

Das Frühjahr 2012 war aus Radfahrersicht ganz OK,

 

 

 

 

 

 

 

allerdings gab es dann doch den einen oder anderen Wettereinbruch,

 

 

 

 

 

 

 

so dass ich wieder an meiner Kondition und meinem Gewicht haderte.

 

 

 

 

 

 

 

Aber da war Helmut, mit seinen legendären Vergleichen.

 

 

 

 

 

 

 

In einem Gespräch mit Ihm, kam er zu dem Schluss,

 

 

 

 

 

 

 

dass wir doch eine Gewichtsklasse haben!

 

 

 

 

 

 

 

Er hat 72 Kg ich etwa 95 Kg, beide über 70 Kg, also alles gut, wo liegt das Problem? J

 

 

 

 

 

 

 

Durch Zufall bekam ich dann die 6. Ausgabe der „Tour“ in die Hand und darin stand,

 

 

 

 

 

 

 

dass jeder Berg zu schaffen ist, egal wie steil.

 

 

 

 

 

 

 

Motto: nur von Kurve bis zur nächsten Kurve denken,

 

 

 

 

 

 

 

nicht nach oben schauen und ganz wichtig, auch bei 5 km/h fällst du nicht um!

 

 

 

 

 

 

 

Mit diesen Weisheiten im Gepäck und etwa 5500 Km in den unrasierten Beinen,

 

 

 

 

 

 

 

ging es dann am 10.08.2012 in Richtung Frankreich.

 

 

 

 

 

 

 

 Aix les Bains liegt in einem Tal, zwischen zwei Bergrücken,die so etwa 1300 bis 1500 hoch sind.

 

 

 

 

 

 

 

Das „Aha“ Erlebnis, nachdem wir den Col de Chat unterfahren hatten (Tunnel)

 

 

 

 

 

 

 

war schon recht viel versprechend.

 

 

 

 

 

 

 

 Nachdem wir einige Minuten den Ausblick genossen hatten,

 

 

 

 

 

 

 

setzten wir uns wieder ins Auto und fuhren weiter.

 

 

 

 

 

 

 

Selbst auf den Landstrassen sind rechts und links der Fahrbahn Radwege

 

 

 

 

 

 

 

aufgemalt oder abgetrennt. Bei uns in Deutschland undenkbar.

 

 

 

 

 

 

 

Auch wird auf Radfahrer absolut Rücksicht genommen, nicht wie hier, hupen,

 

 

 

 

 

 

 

mit dem rechten Außenspiegel das linke Bein des Radfahrers berühren,

 

 

 

 

 

 

 

bestimmte Finger zeigen, schimpfen, brüllen etc., all das gibt es dort nicht.

 

 

 

 

 

 

 

Fährt ein Radfahrer voraus, gilt Rücksicht und Vorsicht.

 

 

 

 

 

 

 

 Das ländliche Umfeld des Urlaubsortes hat viel für Hobby-Pedaleure zu bieten.

 

 

 

 

 

 

 

Es geht etwa 25 Km flach am See entlang,

 

 

 

 

 

 

 

es können 4 oder 5 Pässe erklommen werden,

 

 

 

 

 

 

 

alle so bei 600 – 900 Meter und wer es härter mag, 3 Berge (1300 – 1500 m hoch)

 

 

 

 

 

 

 

stehen zur Auswahl. Und da ist mal nix unter 6-7% im Schnitt dabei.

 

 

 

 

 

 

 

Doch ich hatte ja etwa anderes vor. 

 

 

 

 

 

 

 

Die Wetterkarte fest im Blick, wurde der 14. August auserkoren,

 

 

 

 

 

 

 

um den Schlecks, Contadors, Ullrichs, Zabels, Evens, Rollands und Cunegos

 

 

 

 

 

 

 

dieser Welt zu zeigen, wo der Frosch die Locken hat.

 

 

 

 

 

 

 

Dies vorweg,

 

 

 

 

 

 

 

der Frosch hat ganz kleine Locken und sitzt am Ende der Nahrungskette! 

 

 

 

 

 

 

 

14.August.2012 06:00 Uhr, 2 Tage vor dem Stichtag.

 

 

 

 

 

 

 

Unser mobiler Wecker, mit dem auch telefoniert werden kann, weckt uns.

 

 

 

 

 

 

 

Aufstehen, waschen und ab zum typischen französischem Frühstück.

 

 

 

 

 

 

 

1 kl. Baguette, ein kleines Croissant, Marmelade, etwas Nutella, Käse und Kakao.

 

 

 

 

 

 

 

(Peter hätte etwa 20 St. dieser Croissants und

 

 

 

 

 

 

 

10 St. von den Baguette- Brötchen essen müssen,

 

 

 

 

 

 

 

um halbwegs das Gefühl zu bekommen, jetzt komme ich bis zum Ortsausgang.)

 

 

 

 

 

 

 

07:45 Uhr,

 

 

 

 

 

 

 

Unser PKW ist beladen und los geht die Reise zum Start, ca.100 Km Richtung Süden.

 

 

 

 

 

 

 

Der Wetterbericht sagte 30 Grad und blauen Himmel voraus, er hat nicht gelogen!

 

 

 

 

 

 

 

Als Startort wurde nicht Mondane gewählt, sondern Saint-Michel de-Maurienne,

 

 

 

 

 

 

 

direkt am Fuß des Col de Telegraph, so habe ich mir 10 Km „warmfahren“ erspart.

 

 

 

 

 

 

 

09:20 Uhr,

 

 

 

 

 

 

 

Das Velo steht fahrbereit neben dem Auto, Heike spricht sich noch kurz mit mir ab

 

 

 

 

 

 

 

und los geht es.

 

 

 

 

 

 

 

Die Avenue de la Republique 50m geradeaus, dann rechts. Nach 10 Metern eine Ampel.

 

 

 

 

 

 

 

Da, ein Schild, Rue de Galibier, dass muss Sie sein, da Radfahrer, alles richtig gemacht!

 

 

 

 

 

 

 

Der Adrenalinpegel steigt.

 

 

 

 

 

 

 

Die Ampel wird grün und ab geht es, doch laaaangsam, erst einmal das 39er auflegen,

 

 

 

 

 

 

 

denn es geht sofort und ohne Umschweife in den Berg.

 

 

 

 

 

 

 

Etwa 7% liegen sofort nach dem Bahnübergang an.

 

 

 

 

 

 

 

09:25 Uhr,

 

 

 

 

 

 

 

Na, das geht doch, schnell noch den „schwarzen Mann“ anrufen, dass die Etappe beginnt.

 

 

 

 

 

 

 

Nach den ersten Metern ahne ich Böses, 12,5 Km bergauf mit 7-8%.

 

 

 

 

 

 

 

Die Aske ist knapp 3 Km lang die Kettelbach etwa 2 Km, upps,

 

 

 

 

 

 

 

das wird mir ja was geben.

 

 

 

 

 

 

 

09:55 Uhr,

 

 

 

 

 

 

 

Erstaunlich schnell habe ich meinen Tritt gefunden,

 

 

 

 

 

 

 

im kleinen Blatt vorne und hinten 21 Zähne ausgewählt geht es den Berg hinauf.

 

 

 

 

 

 

 

Das Mannschaftsfahrzeug, gesteuert von Managerin, Therapeutin und Ehefrau

 

 

 

 

 

 

 

 in einer Person, fuhr wie abgesprochen von Parkbucht zu Parkbucht,

 

 

 

 

 

 

 

um die nötigen Getränke und Speisen bereit zu halten, falls nötig.

 

 

 

 

 

 

 

 Diese Variante ist allen zu empfehlen, die diese Tour oder ähnliche nachfahren wollen,

 

 

 

 

 

 

 

alles andere ist Quälerei und wer will schon einen Rucksack mitnehmen.

 

 

 

 

 

 

 

Unterwegs werde ich von einigen „unterernährten“ Menschen auf Rennrädern überholt.

 

 

 

 

 

 

 

Jeder Überholende grüßt freundlich und es wird natürlich

 

 

 

 

 

 

 

in der hiesigen Landessprache akzentfrei zurückgegrüßt.

 

 

 

 

 

 

 

Hoffentlich kommt keine Frage zurück, dann gibt es Probleme.

 

 

 

 

 

 

 

10:15 Uhr,

 

 

 

 

 

 

 

Ohne Sie zu hören, kommen zwei Veloquäler an mir vorbeigerauscht,

 

 

 

 

 

 

 

dass es mich fast vor Schreck in den Graben geworfen hätte.

 

 

 

 

 

 

 

Ich rufe Ihnen hinterher: „Ahhh, Voeckler und Virenque Respekt, Bon Voyage.“

 

 

 

 

 

 

 

Die Beiden werden kurz langsamer,

 

 

 

 

 

 

 

drehen sich gleichzeitig um und bedanken sich lachend bei mir.

 

 

 

 

 

 

 

Es herscht gute Stimmung im Berg.

 

 

 

 

 

 

 

Aber schlecht unteregs bin ich auch nicht und fahre nach und nach auf andere

 

 

 

 

 

 

 

Fahrerinnen und Fahrer auf und kann Sie sogar überholen.

 

 

 

 

 

 

 

Der Tacho zeigt 12-14 Km/h, das sieht doch richtig gut aus.

 

 

 

 

 

 

 

Auch die Aussicht ist toll.

 

 

 

 

 

 

 

Immer öfter kann man in das Tal sehen, von dem es aus losgegangen ist.

 

 

 

 

 

 

 

Es ist schon beeindruckend.

 

 

 

 

 

 

 

10:40 Uhr,

 

 

 

 

 

 

 

Ein Blick auf den VDO Z1 sagt mir, dass das erste Zwischenziel nicht mehr weit ist.

 

 

 

 

 

 

 

Vor mir eine Rechtskurve und dann eine etwa 300 Meter lange Gerade,

 

 

 

 

 

 

 

ein Schild mit dem Hinweis auf einen Aussichtspunkt.

 

 

 

 

 

 

 

Es folgt eine Linkskurve, da sehe ich einen Strohdinosaurier und da ist der Pass.

 

 

 

 

 

 

 

Die erste Teilstrecke ist nach etwa 1,5 Std. geschafft und

 

 

 

 

 

 

 

die Aufkleber vom ATS liegen bei Volker im Schrank. Mist.

 

 

 

 

 

 

 

11:15 Uhr,

 

 

 

 

 

 

 

Nach einer etwa 10-15 minütigen Pause geht es weiter Richtung Valloire,

 

 

 

 

 

 

 

eine schöne etwa 4 Km lange Abfahrt hinunter.

 

 

 

 

 

 

 

Valloire ist ein bekannter und typischer Skiort, dem entsprechend war dort viel los.

 

 

 

 

 

 

 

Menschen, Autos, Motorräder und Bettenbusse (Wohnmobile) mit Rentnern darin

 

 

 

 

 

 

 

und Radfahrer quälten sich die einzige Durchfahrt des Ortes hindurch. Stau in den Bergen.

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem das Ortsausgangsschild passiert wurde, ging es mit etwa 3% bergan.

 

 

 

 

 

 

 

Ab hier war die Strecke bekannt, da ich eine DVD habe und diese Tour

 

 

 

 

 

 

 

in den zurückliegenden Wintermonaten unzählige Male mit Musik und

 

 

 

 

 

 

 

auf der Rolle nachgefahren habe.

 

 

 

 

 

 

 

Bei den 3% sollte es nicht lange bleiben.

 

 

 

 

 

 

 

Irgendwie sieht das im Fernsehen immer flacher aus.

 

 

 

 

 

 

 

Nach kurzer „Einrollphase“ ging es auch wieder mit 7-8% weiter. Diesmal aber etwa

 

 

 

 

 

 

 

17 Km bergauf. 17Km ! Das ist von hier bis Dortmund immer nach oben. Hammer!

 

 

 

 

 

 

 

 Auch jetzt gelingt es mir andere Radfahrer zu überholen,

 

 

 

 

 

 

 

werde aber auch von vielen geschnappt. Zeitweise kommt das Gefühl auf ,

 

 

 

 

 

 

 

bei einer RTF zu sein,

 

 

 

 

 

 

 

so viele Gleichgesinnte sind an diesem Tag unterwegs den Galibier

 

 

 

 

 

 

 

zu befahren bzw. zu erfahren.

 

 

 

 

 

 

 

12:00 Uhr,

 

 

 

 

 

 

 

Vor mir taucht ein Fahrer mit einem Treckingrad und roten Packtaschen auf.

 

 

 

 

 

 

 

Das Trikot von Garmin und die Solarzelle auf dem Gepäckträger,

 

 

 

 

 

 

 

hab ich doch schon am Col de Telegraph überholt? Wo kommt der den her?

 

 

 

 

 

 

 

Fährt hier ein Bus? Mit 12 Km/h „rausche“ ich an Ihm vorbei,

 

 

 

 

 

 

 

nicht ohne „Hallo“ zu sagen.

 

 

 

 

 

 

 

Irgendwie beschäftigt mich der Kollege sehr intensiv,

 

 

 

 

 

 

 

denn fast wird Heike übersehen, die wieder genau passend in einer Parkbucht wartet.

 

 

 

 

 

 

 

Bei einigen Pedaleuren haben wir das Gefühl, dass es deren Hausstrecke ist.

 

 

 

 

 

 

 

Bei anderen liegt der Gedanke nahe:

 

 

 

 

 

 

 

Na ob das was gibt heute mit Dir, da willst Du hoch?

 

 

 

 

 

 

 

12:45 Uhr

 

 

 

 

 

 

 

Es ist immer noch das 21 er Ritzel hinten, vorne das 39er aufgelegt und es läuft echt gut.

 

 

 

 

 

 

 

Die Hände im Obergriff und treten, immer nur treten.

 

 

 

 

 

 

 

Wann kommt eigentlich mal wieder eine Parkbucht?

 

 

 

 

 

 

 

Die Flaschen werden doch schneller leer als gedacht.

 

 

 

 

 

 

 

Kaum gedacht, steht rechts auch wieder der graue Teamwagen aus Hagen,

 

 

 

 

 

 

 

genau im richtigen Moment. Gut abgepasst Heike.

 

 

 

 

 

 

 

Die Flaschen befüllt, eine Banane gegessen, kurz in das Umland geschaut,

 

 

 

 

 

 

 

dann geht es weiter.

 

 

 

 

 

 

 

Allmählich wird die Baumgrenze passiert, die Landschaft um uns herum wird karg.

 

 

 

 

 

 

 

Ach ja, hatte ich erwähnt, dass der Berg gerade 8% hat.

 

 

 

 

 

 

 

Gut, denn 300 Metern hinter der Parkbucht hat er auf einmal 10%.

 

 

 

 

 

 

 

Na, dann doch noch einmal den rechten Schaltgriff betätigen,

 

 

 

 

 

 

 

hinten auf 24 Zähne wechseln und etwa 300 Meter bis zur nächsten Kurve

 

 

 

 

 

 

 

weiter im sitzen die Kurbel treten.

 

 

 

 

 

 

 

Nach der Kehre wird es flacher, 8% Super,

 

 

 

 

 

 

 

wieder hinten auf 21 wechseln und das treten nicht vergessen.

 

 

 

 

 

 

 

Laut Tacho liegen 11 Km/h an, und es sind noch etwa 4 Km bis oben,

 

 

 

 

 

 

 

also 2mal Kettelbach.

 

 

 

 

 

 

 

Das ist zu schaffen, die Beine fühlen sich immer noch gut an.

 

 

 

 

 

 

 

Liegt wohl an dem Kakao und dem Nutella - Baguette zum Frühstück.

 

 

 

 

 

 

 

Apropos,ich könnte einen kleinen Snack gebrauchen und da steht auch Heike

 

 

 

 

 

 

 

schon wieder, perfekt abgepasst! Es geht nichts über Profis in der Begleitmannschaft.

 

 

 

 

 

 

 

Also rechts ran, Flaschen auffüllen und einen Riegel essen.

 

 

 

 

 

 

 

Bevor es weitergeht kommt ein weiterer Fette-Reifen-Radler locker den Berg hoch.

 

 

 

 

 

 

 

Ich traue meinen Augen kaum, der Typ grinst über beide Ohren, greift in die Lenkertasche,

 

 

 

 

 

 

 

holt eine Fotokamera heraus, macht im fahren 4 Fotos und steckt die Kamera wieder ein.

 

 

 

 

 

 

 

Knapp 50m weiter, dasselbe Schauspiel! Ich bin fassungslos!

 

 

 

 

 

 

 

Vor allem, was hat dieser dünne, grinsende Radler an???

 

 

 

 

 

 

 

 Ein weißes langarm Shirt, darüber eine Steppweste,

 

 

 

 

 

 

 

eine ¾ lange Pluderhose und bunte Turnschuhe, ja geht’s noch?

 

 

 

 

 

 

 

„Kollege hier ist Geschichte geschrieben worden, zieh Dich entsprechend an!“

 

 

 

 

 

 

 

Will ich Ihm zurufen, aber er wird mich eh nicht verstehen, der Japaner.

 

 

 

 

 

 

 

13:15 Uhr,

 

 

 

 

 

 

 

Ich steige auf mein Rad und fahre auch weiter.

 

 

 

 

 

 

 

Wieder liegen bummelig 8% an, es werden einfach nicht weniger.

 

 

 

 

 

 

 

Aber nachher, nachher geht es runter, garantiert!

 

 

 

 

 

 

 

Wie sagt Radsportler immer, Keine Abfahrt ohne Berg.

 

 

 

 

 

 

 

Ich überhole den fotografierenden, immer noch grinsenden Banzai Kollegen

 

 

 

 

 

 

 

und sehe in einer Kurve einen Mann mit Warnweste und Kamera sitzen.

 

 

 

 

 

 

 

Ich rücke mich in Position und grinse breit. Er hält die Kamera in meine Richtung

 

 

 

 

 

 

 

und ruft: „ Süper, merci“ und hält den Daumen hoch.

 

 

 

 

 

 

 

 Recht unvermittelt, taucht vor mir das Gipfelrestaurant auf.

 

 

 

 

 

 

 

(Wo sind die letzten Höhenmeter geblieben?)

 

 

 

 

 

 

 

Da die Strecke im Winter so oft virtuell gefahren wurde, war mir klar,

 

 

 

 

 

 

 

gleich ist es geschafft.

 

 

 

 

 

 

 

Ein paar Meter weiter ist der Tunnel zu sehen und da ist der Abzweig zur Passhöhe.

 

 

 

 

 

 

 

Hoffentlich steht Heike oben in Position.

 

 

 

 

 

 

 

Ich biege links in ab und fahre in eine nette,

 

 

 

 

 

 

 

unscheinbare aber doch 10% ige Steigung hinein.

 

 

 

 

 

 

 

Schnell auf das 28er (jaaa, da war noch ein Ritzel) gewechselt und

 

 

 

 

 

 

 

die 800 Meter bis oben liegen in Gedanken eigentlich schon hinter mir. Eigentlich.

 

 

 

 

 

 

 

Es läuft, jetzt nicht bloß nicht nachlassen. Auch deshalb nicht,

 

 

 

 

 

 

 

da gerade ein ganz in weiß gekleideter Fahrer mit seinem ca. 5000 Euro Bike

 

 

 

 

 

 

 

überholen möchte.

 

 

 

 

 

 

 

Dann quatscht er mich der Typ auch noch an, es ist ein Ami! Oh nee, Höchststrafe!

 

 

 

 

 

 

 

Und dann das Outfit,

 

 

 

 

 

 

 

dieser Mensch trägt zu seinem weißen Trikot/ Hose und dem weißen Rad doch glatt

 

 

 

 

 

 

 

Omas schwarze Stützkniestrümpfe. Pooh Kollege, die sind ja so was von out!

 

 

 

 

 

 

 

Heutzutage klebt man sich bunte Klebebänder an die betreffenden Körperstellen,

 

 

 

 

 

 

 

frag mal Deinen Therapeuten!

 

 

 

 

 

 

 

Um keine Augenentzündung zu bekommen, halte ich dagegen. (Völlig bekloppt!)

 

 

 

 

 

 

 

Er bemerkt mein Vorhaben und fährt doch glatt im stehen weiter.

 

 

 

 

 

 

 

Nicht mit mir Du kleiner Amstrong-Verschnitt!

 

 

 

 

 

 

 

2 Gänge raufschalten, die Kette zerrt an dem 21er Ritzel, und aufstehen ist angesagt.

 

 

 

 

 

 

 

„Das muss das Boot abkönnen Herr Kaleu“

 

 

 

 

 

 

 

Schlagartig melden die Oberschenkel Laktatüberschuss und schreien:

 

 

 

 

 

 

 

„Mehr hast Du nicht drauf Fischer und wo bleibt der Sauerstoff?!“ egal Jungs,

 

 

 

 

 

 

 

 last mich jetzt nicht hängen, nur bis zur Kurve durchhalten, dann haben wir ihn kassiert!

 

 

 

 

 

 

 

Die „schlafende Reserve“ der roten Blutkörperchen

 

 

 

 

 

 

 

wird gnadenlos in die Oberschenkel gepummt.

 

 

 

 

 

 

 

Scheiß Quälerei auf den letzten Metern, wegen einem Ami!

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem ich die Kehre passiert habe,

 

 

 

 

 

 

 

drehe ich nach rechts und sehe den Amerikaner im Zick Zack die Strasse herauf fahren,

 

 

 

 

 

 

 

mein Puls hämmert, die Beine schreien immer noch nach Sauerstoff,

 

 

 

 

 

 

 

aber ich habe Ihn. Jaaa, das tut gut!

 

 

 

 

 

 

 

13:58 Uhr,

 

 

 

 

 

 

 

Noch etwa 150 Meter, da sehe ich Heike mitten auf der Fahrbahn stehen,

 

 

 

 

 

 

 

die Kamera in der Hand und Sie macht das erhoffte Foto.

 

 

 

 

 

 

 

Um 14 Uhr ist der Galibier erfahren, wir stehen oben, gefühlt auf dem Dach der Welt,

 

 

 

 

 

 

 

der Rennradwelt.

 

 

 

 

 

 

 

Zufrieden gönnen wir uns eine Pause um die Aussicht zu genießen, um zu essen,

 

 

 

 

 

 

 

zu trinken, den anderen Radfahrer zuzuschauen und um mich nicht zuletzt

 

 

 

 

 

 

 

in die Schlange vor den Hinweisschildern einzureihen.

 

 

 

 

 

 

 

Wat mut, dat mut!

 

 

 

 

 

 

 

Es ist schon gigantisch, etwas anders als Nordsee, Sauerland oder Erzgebierge.

 

 

 

 

 

 

 

 Kurze Zeit später kommt auch der fotografierende Japaner am Col an und

 

 

 

 

 

 

 

an seinem fetten Hinterrad, 2 ebenfalls grinsende Kollegen und

 

 

 

 

 

 

 

einen in weiß gekleideten Ami im „Gepäck“.

 

 

 

 

 

 

 

Die 3 fernöstlichen Jungs hatten richtig gute Stimmung und

 

 

 

 

 

 

 

packten auch gleich Ihren Campinggaskocher aus, um sich etwas Warmes zu gönnen.

 

 

 

 

 

 

 

Die ersten 34 Km Bergauf sind geschafft und nach einer knappen Stunde Rast, soll es fast

 

 

 

 

 

 

 

46 Km wieder bergab gehen?!?!

 

 

 

 

 

 

 

Dann erst einmal das dicke Blatt auflegen und hinten die 12 Zähne auswählen.

 

 

 

 

 

 

 

Der erste Teil, bis zum Abzweig Richtung Col du Lautaret, ist Strassentechnisch die Hölle.

 

 

 

 

 

 

 

Mit 9% und etwa 8 Km Länge geht es den Galibier auf der anderen Seite hinunter,

 

 

 

 

 

 

 

die Strasse buckelig und rau, ich kann kaum den Lenker festhalten, das Handgelenk schmerzt.

 

 

 

 

 

 

 

Ohne zu treten wird die 70 Km/h Marke geknackt! Gewicht hat auch mal Vorteile. J

 

 

 

 

 

 

 

Dann die Kurven, wo ist die Ideallinie?

 

 

 

 

 

 

 

Nur nach vorne und jetzt nicht mehr auf den Tacho schauen, heißt die Devise.

 

 

 

 

 

 

 

Mir kommen LKW und Wohnmobile entgegen, nur nicht die Hände von den Bremsen nehmen!

 

 

 

 

 

 

 

15:10 Uhr,

 

 

 

 

 

 

 

Da ist der Abzweig, rechts herum, das Gefälle nimmt etwas ab,

 

 

 

 

 

 

 

aber die Strasse ist ab hier in einem Super Zustand.

 

 

 

 

 

 

 

Das „warm“ fahren fällt bergab besonders leicht. Es geht mit knapp

 

 

 

 

 

 

 

45-50 Km/h zügig dem Etappenziel entgegen. Wie gesagt, jetzt noch etwa 38 Km bergab!!

 

 

 

 

 

 

 

Talwärts werden zwei kleinere Ortschaften durchfahren,

 

 

 

 

 

 

 

von denen aus Seilbahnen fast senkrecht die Berge hinaufführen,

 

 

 

 

 

 

 

mehrere Wasserfälle die aus den Steilwänden in die Tiefe stürzen,

 

 

 

 

 

 

 

machen einen kurzen Halt von Nöten.

 

 

 

 

 

 

 

Der kleine Bach, der es vorhin noch war, ist inzwischen zu einem Raftingparadies mutiert.

 

 

 

 

 

 

 

Immer wieder fahre ich durch kürzere oder längere Tunnel.

 

 

 

 

 

 

 

Heike hat mich inzwischen eingeholt und wartet wie abgesprochen

 

 

 

 

 

 

 

vor jeder Durchfahrt um mich nach hinten abzusichern.

 

 

 

 

 

 

 

Dies macht Sinn, da es u.a. einen Tunnel gibt, der etwa 600 Meter lang und gelinde gesagt,beschissen beleuchtet ist.

 

 

 

 

 

 

 

Mitten im Tunnel ist keine Begrenzungsleuchte mehr an,

 

 

 

 

 

 

 

keine Deckenleuchte ist zu erkennen, es geht durch ein schwarzes Loch!

 

 

 

 

 

 

 

Unbehagen breitet sich aus, von vorne kommen zwei kleine weiße Lichter auf mich zu,

 

 

 

 

 

 

 

ein Auto, hoffentlich bleibt es auf seiner Seite!

 

 

 

 

 

 

 

Dann sehe ich Tageslicht, das Tunnelende naht, noch einmal antreten und durch.

 

 

 

 

 

 

 

16:30 Uhr

 

 

 

 

 

 

 

Auf der anderen Seite der Durchfahrt liegt links der Lac du Chambon,

 

 

 

 

 

 

 

ein künstlich angelegter Stausee für Schmelzwasser,

 

 

 

 

 

 

 

etwa 4 Km lang, 1 Km breit und etwa 100 Meter tief.

 

 

 

 

 

 

 

Heike wartete bereits am Ende der Staumauer auf mich, wo ich dann kurzfristig überlegt wird,

 

 

 

 

 

 

 

die geplante Tour umzubauen, da es von hier auch auf einen Bergklassiker ging.   

 

 

 

 

 

 

 

Es bleibt aber doch bei der ursprünglichen Routenplanung.. Also noch 27 Km bis in Ziel,

 

 

 

 

 

 

 

8 km davon bergab, 5 Km flach und dann 14 km wieder bergauf.

 

 

 

 

 

 

 

Die 13 Km bis zum ersehnten Kreisverkehr in Bourg d´Osians dienen quasi der Entspannung.

 

 

 

 

 

 

 

An der ersten Ausfahrt raus aus dem Kreis und etwa 800 Meter flach weiter.

 

 

 

 

 

 

 

17:05 Uhr

 

 

 

 

 

 

 

Dann die Linkskurve ....

 

 

 

 

 

 

 

und wenn der ambitionierte Radfahrer in diesem Moment

 

 

 

 

 

 

 

nicht schon den „Rettungsring“ gewählt hat,

 

 

 

 

 

 

 

kann er absteigen und die Kette von Hand umlegen! Es geht direkt mit 9,4% in den Berg!

 

 

 

 

 

 

 

Was ist schon die Brachtenbecke oder der Wixberg (beides in Altena), hier ist Alpe de Huez.

 

 

 

 

 

 

 

Ich war im kleinen Kettenblatt und hatte hinten 21 Zähne gewählt. Bis zur ersten Kurve

 

 

 

 

 

 

 

kein Problem, aber dann wird es doch merklich schwerer.

 

 

 

 

 

 

 

Die gute Wippermann liegt jetzt hinten auf den 28 Zähnen, da es nicht flacher wird.

 

 

 

 

 

 

 

Eine gute Entscheidung! Der Tacho zeigt 9-10 km/h und 10% an.

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt nur nicht überziehen, ruhig bleiben!  

 

 

 

 

 

 

 

Wie hat der Redakteur der Tour geschrieben? Auch bei 5-6 Km/h fällst Du nicht um.

 

 

 

 

 

 

 

Er hat Recht, zumindest für die Teilstücke mit 14% stimmt dass.

 

 

 

 

 

 

 

Auch die Aussage, dass Du von Kurve zu Kurve denken sollst hilft.

 

 

 

 

 

 

 

Auf diesem legendären Anstieg sind kaum noch Radfahrer unterwegs.

 

 

 

 

 

 

 

Ich bin etwas enttäuscht aber auch spät dran.

 

 

 

 

 

 

 

Keiner der Kollegen die den Galibier befahren haben, ist in diese Richtung gefahren.

 

 

 

 

 

 

 

Sie sind alle den gleichen Weg zurückgerollt, den sie gekommen sind.

 

 

 

 

 

 

 

Ich bin wohl der einzige Verrückte, der weiter gefahren ist.

 

 

 

 

 

 

 

Fotos von den Kurvenschildern zu machen ist nicht von Erfolg gekrönt, es ist einfach zu steil.

 

 

 

 

 

 

 

Nach einer ½ Stunde habe ich knapp 4 Km geschafft, upps 10Km liegen noch vor mir.

 

 

 

 

 

 

 

Die Taschen sind mit Riegel voll gestopft und die Flaschen noch gut gefüllt.

 

 

 

 

 

 

 

Heike hatte keine Lust mehr, trotz Klimaanlage qualmte ihr der Kopf.

 

 

 

 

 

 

 

Ich habe Ihr gesagt, „Wenn Du möchtest zieh durch und warte oben auf mich“.

 

 

 

 

 

 

 

Ich glaube das war ein Fehler.

 

 

 

 

 

 

 

 Elefantino, Marco Pantani ist diese Nummer in knapp 37:35  Minuten hinauf geflogen!

 

 

 

 

 

 

 

Bernhard Hinault hat den Berg 1986 in 48 Minuten bezwungen,

 

 

 

 

 

 

 

allerdings mit etwas anderem Material wie Heute!

 

 

 

 

 

 

 

Hier kann der „einfache“ Pedaleur erfahren, was die Profis leisten müssen!

 

 

 

 

 

 

 

Auch wenn vielen irgendwann mal die Einnahme verbotener Mittel nachgewiesen wurden

 

 

 

 

 

 

 

oder noch werden, ist die Leistung als solches nicht weg zu reden.

 

 

 

 

 

 

 

Geschafft hätten es alle, auch ohne etwas einzunehmen, nur nicht in der Zeit.

 

 

 

 

 

 

 

Mir persönlich ist es egal, wann wer auf welchem Berg ankommt,

 

 

 

 

 

 

 

die erbrachte Leistung zählt!

 

 

 

 

 

 

 

Und da zolle ich allen Profis, Amateuren und vor allem Hobbyradlern meinen Respekt.

 

 

 

 

 

 

 

Leute esst Nutella dann klappt es auch mit den Bergen! 

 

 

 

 

 

 

 

Die Steigung hört nicht auf, ich fahre im kleinsten Gang und im fast perfektem Wiegetritt

 

 

 

 

 

 

 

geht es immer weiter nach oben. Oh Mann, was hab ich mir da angetan?

 

 

 

 

 

 

 

Auf den Geraden setzen und runterschalten,

 

 

 

 

 

 

 

in den Kurven aufstehen und einen größeren Gang wählen,

 

 

 

 

 

 

 

so wird Kurve um Kurve im Schneckentempo gemeistert.

 

 

 

 

 

 

 

Ich lese auf einem Schild die 10,

 

 

 

 

 

 

 

dann nach einer gefühlten Ewigkeit eine 13, was war da noch? Ja richtig,

 

 

 

 

 

 

 

die13.te und die 15. te Kurve ist Peter Winnen gewidmet, der das Buch

 

 

 

 

 

 

 

„Post aus Alpe d´ Huez“ geschrieben hat. (Lesenswert)

 

 

 

 

 

 

 

Der war 1981 und 1983 noch mir Körbchen unterwegs!

 

 

 

 

 

 

 

Coole Sache mit Körbchen, hat mein Klassiker jetzt auch wieder! J

 

 

 

 

 

 

 

Ich trete weiter, so langsam komme ich an meine Grenze,

 

 

 

 

 

 

 

aber über die Hälfte liegt hinter mir.  

 

 

 

 

 

 

 

Ich bin doch nicht alleine unterwegs,

 

 

 

 

 

 

 

vereinzelt tauchen Radfahrer vor mir auf und es rauschen einige den Berg hinunter.

 

 

 

 

 

 

 

Aufgeben? Heike anrufen, Sie soll runter kommen?

 

 

 

 

 

 

 

Nix da, schön weiter treten, ich will es schaffen.

 

 

 

 

 

 

 

Mir kommt der Satz von Thomas in den Sinn:

 

 

 

 

 

 

 

„Keiner kann so schön leiden wie Du!“  ich muss lachen.

 

 

 

 

 

 

 

18:00 Uhr

 

 

 

 

 

 

 

Es ist inzwischen nicht mehr so warm wie am Morgen,

 

 

 

 

 

 

 

aber immer noch zeigt der elektronische Helfer am Lenkervorbau 20° Grad an.

 

 

 

 

 

 

 

Wieder kommt eine Kehre und eine kurze Rampe mit etwa 14% steht an.

 

 

 

 

 

 

 

Aufstehen und ganz langsam im Stehen das Ding niederringen.

 

 

 

 

 

 

 

Es klappt und wieder eine Kurve näher dem Ziel.

 

 

 

 

 

 

 

Was ist das, steht da Didi Senft, der Teufel der Tour?

 

 

 

 

 

 

 

Nein, leider nicht, irgendetwas anderes Rotes liegt am Strassenrand.

 

 

 

 

 

 

 

Noch 6 Kurven.

 

 

 

 

 

 

 

Das Wasser in der letzten Flasche geht zur Neige, egal weiter.

 

 

 

 

 

 

 

Ich stelle mir vor, wie es ist, durch die Menschenmassen zu fahren,

 

 

 

 

 

 

 

die unentwegt brüllen und schreiend neben den Profis herlaufen.

 

 

 

 

 

 

 

Das muss eigentlich unerträglich sein.

 

 

 

 

 

 

 

Wahrscheinlich fahren die Profis deshalb so schnell die Berge hoch.

 

 

 

 

 

 

 

Bei mir ist es ruhig, niemand schreit oder brüllt, ist auch besser so.

 

 

 

 

 

 

 

Die Fans müssten aber auch nicht rennen, um an mir dran zu bleiben.

 

 

 

 

 

 

 

Der obere Teil, so steht es in dem Google, wird etwas flacher, so 5,5%.

 

 

 

 

 

 

 

Noch 5 Kehren, ab da kann man die ersten Häuser vom Zielort sehen, das motiviert.

 

 

 

 

 

 

 

Allerdings sind es doch noch ein paar Höhenmeter.

 

 

 

 

 

 

 

Ich habe kein Wasser mehr, Sch..., was jetzt? Weiter fahren!  

 

 

 

 

 

 

 

Noch 3 Kurven, 5,5% das ist ja nix!

 

 

 

 

 

 

 

Ich lege das mittlere Kettenblatt auf,

 

 

 

 

 

 

 

um den Schaltvorgang auch sofort wieder rückgängig zu machen.

 

 

 

 

 

 

 

Normalerweise ist das zu schaffen, aber jetzt nicht mehr!

 

 

 

 

 

 

 

Der Hals ist trocken und das Gefühl zu ersticken nimmt langsam überhand.

 

 

 

 

 

 

 

18:40 Uhr

 

 

 

 

 

 

 

Noch 2 Kurven, da steht ein Ortsschild, soll ich hier aufhören?

 

 

 

 

 

 

 

Nein, Heike wartet oben.

 

 

 

 

 

 

 

Die letzte Kurve und es geht nach etwa 200 Metern in den eigentlichen Ort hinein.

 

 

 

 

 

 

 

Da steht Heike, sie ist froh mich zu sehen und wollte schon wieder runter fahren,

 

 

 

 

 

 

 

weil es so lange gedauert hat. Ich muss was trinken, wo ist das Perrier?

 

 

 

 

 

 

 

Das eigentliche Ziel, den großen Parkplatz, schenke ich mir. Es reicht für Heute.

 

 

 

 

 

 

 

Über die Strasse ist ein Banner gespannt, Arivee L’Alpe d’Huez.

 

 

 

 

 

 

 

Radfahrer, die sich in den Armen liegen und Fotos machen, sind nicht zu sehen.

 

 

 

 

 

 

 

Dies mag aber daran liegen, dass es inzwischen fast 19:00 Uhr ist und die Meisten

 

 

 

 

 

 

 

schon wieder in Ihren Unterkünften liegen und Weizenbier trinken, alkoholfrei natürlich.

 

 

 

 

 

 

 

Doch wo jetzt das Erinnerungsfoto schießen? Unter dem Banner, das geht ja mal gar nicht?

 

 

 

 

 

 

 

Also runter zum Ortsschild.

 

 

 

 

 

 

 

Dumm nur, es steht auf einer Böschung. Ich breche mir fast den Hals mit meinen Radschuhen.

 

 

 

 

 

 

 

Das Rad bleibt unten und Heike drückt auf den Auslöser.  

 

 

 

 

 

 

 

Geschafft!

 

 

 

 

 

 

 

Und die Aufkleber vom ATS liegen immer noch bei Volker im Schrank.

 

 

 

 

 

 

 

Hätten sich gut auf dem Schild gemacht, so über dem kleinen „D“ vielleicht.   

 

 

 

 

 

 

 

Ich aber habe es erreicht, mein persönliches Saisonziel und Geburtstagsgeschenk 2012,

 

 

 

 

 

 

 

auch weil Heike immer da war. Lieben Dank. Profis habe ich keine gesehen, aber gefühlt waren Sie da, die Zabels, Ullrichs, Schlecks,

 

 

 

 

 

 

 

Contadors und haben mich mitgenommen, jeder einzelne von Ihnen, ein kleines Stück.

 

 

 

 

 

 

 

 Ob ich es noch einmal machen würde? Ein dickes Ja! Aber dann an 2 Tagen.

 

 

 

 

 

 

 

Einen Tag Galibier und den anderen Tag Alpe d´Huez.

 

 

 

 

 

 

 

 Wir zurren das Rad im Auto fest und fahren zurück zum Hotel, etwa 115 Km

 

 

 

 

 

 

 

mit einem grinsen im Gesicht.

 

 

 

 

 

 

 

Etwas verrückt bin ich schon, aber wer ist das nicht?

 

 

 

 

 

 

 

Der eine so, der andere auf eine andere Art und ganz wichtig, das habe ich Heute erfahren,

 

 

 

 

 

 

 

zur Bergziege werde ich nicht mehr, nicht in diesem Leben. Das überlasse ich anderen.

 

 

 

 

 

 

 

  Was ist das nächste Saisonziel?

 

 

 

 

 

 

 

Mal sehn, ich habe noch etwas Zeit.

 

 

 

 

 

 

 

   Fischi, August 2012

 

 

 

 

 

 

 

P.S. Bilder sind in der Foto-Gallerie zu finden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   
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