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ATS MTB-Tour Davos 2012

  

Text und Bilder Christian Krause

ATS Mountainbike-Tour Davos 2012:

Auf den Spuren von Bike Bergsteigern und Freeridern
 Nachdem die Hohenlimburger Mountainbiker vor 2 Jahren in der Schweiz
auf dem Grischa-Trail die faszinierende Bergwelt Graubündens kennen gelernt hatten,
sollte in diesem Jahr die Region rund um Davos noch gezielter auf schöne Trails
hin erforscht werde.
Die Internetseite von Davos und Klosters wirbt jedenfalls mit vielen
Tourenvorschlägen und Biker seien überall willkommen. Um es vorweg zu nehmen:
Wir können das bestätigen!
 Ein gut ausgeschildertes Wegenetz und Bergbahnen, die auch Bikes befördern,
erhöhen den Aktionsradius deutlich.
Da der Winter aber in den alpinen Höhen in diesem Jahr besonders lang war
und die letzten Bergbahnen erst am 30. Juni ihren Betrieb aufnahmen,
entschlossen sich Erhard Becker, Rainer Dreesmann, Klaus Even, Klaus Jörges,
Carsten Schäfer und Christian Krause eine schon lange zuvor auf der Kesch-Hütte
in über 2600 m Höhe reservierte Übernachtung zu streichen.
Die Auf- und Abfahrt zu dieser Hütte sollte nun an einem Tag bewältigt werden.
Natürlich nicht ohne Hintergedanken:
Erstens wollten alle das Halbfinale von Jogis Truppe in der am Vorabend 
schon getesteten Davoser „Egg-Bar“ bei Riesen-Pizza verfolgen.
Und zweitens konnte man so die auf Samstag verschobene Eröffnung
der neuen Freeride Strecke am Gotschnagrat checken.
 
Aber der Reihe nach: Am Anreisetag (Mittwoch, 27. Juni)
war dank früher Abfahrt in Hohenlimburg um 6 Uhr noch genügend Zeit um locker einzurollen.
So dachten wir zumindest,
als noch kurzfristig am Vorabend eine 28 km Tour mit 1100 Hm auf den Garmin geladen wurde.
Das Kleingedruckte:
 „…nur sehr gute Biker schaffen den langen und steilen Aufstieg zum Pischa ohne abzusteigen…“
war bestimmt nicht so ernst zu nehmen.

Bei strahlendem Wetter (dem ersten schönen Tag seit Wochen laut Wirt vom Hotel Bünda)
starteten wir um 16 Uhr und genossen die tollen Trails entlang des Flüela-Tals hinauf.
 Dann wurde der schäumende Bach gequert und entlang eines Wiesentrails
schlängelte sich die Strecke eine steile Almwiese hinauf.
Die Erinnerung an das „Kleingedruckte“
von der Streckenbeschreibung frischte dann schnell wieder auf.
Das Schmelzwasser der ersten Schneefelder rann uns auf dem handtuchbreiten Pfad
munter entgegen und der Untergrund wurde immer loser.
Geschoben haben wir die Bikes schon länger.
Ein viele Meter breites Schneefeld, das von einem Bach unterspült war
und dessen Tragfähigkeit sehr fragwürdig aussah, versperrte den Weg.
Bäuchlings robbte der erste ATSler über den Schnee (ich will Fotos! Anm. der Red)
und erreicht die andere Seite ohne einzubrechen.
Mutig folgten die nächsten beiden samt der Räder.
 Die restlichen Biker die noch etwas unterhalb dieser Stelle den Berg hinauf schnaubten
und das Schauspiel nicht beobachten konnten,
wurden freudig mit gezückter Kameras empfangen und hinüber gewunken.
Ohne groß drüber nachzudenken, wurden die Räder geschultert und drauf losgestapft.
Der zweite Schritt lies die Biker bis zu Hüfte versinken…
 Weiter oben war der Winter noch Herr der Lage und eine verlassenen Ski-Station
lag in der Abendsonne auf 2480 m.
Die Erinnerung an den Film „Shining“ mit Jack Nicolson drängte sich auf.
Nach einer kurzen Pause wählten wir einen kürzeren Weg als geplant,
um durch die traumhafte Licht- und Schattenwelt der rasch sinkenden Sonne
die Baumgrenze wieder zu erreichen.
Immer steiler und wurzeliger wurde der Trail und das ganze Fahrkönnen
der Hohenlimburger wurde gefordert.
 Pünktlich zum Anpfiff unseres vermeintlichen Endspielgegners lehnten wir die
Mountainbikes vor besagte „Egg-Bar“,
bestellten mehrere Familien-Pizzen und stellten zufrieden fest: Wir sind jetzt eingerollt!
Bei weiterhin Traumwetter stand am nächsten Tag die Tour zur Kesch-Hütte auf dem Plan.
Der Weg dorthin führte uns über den Scaletta-Paß,
der schon im Mittelalter von Säumern hinüber ins Engadin genutzt wurde.
„Scaletta“ heißt so viel wie: „kleine Treppe“. Wir wissen jetzt warum.
Nach jedem zehnten kleinen Schritt eine kurze Pause.
Wieder zehn Schritte, Pause….
Wir haben die Bikes über mehrere dutzend Schneefelder gewuchtet.
Jedes steiler und länger als das Vorherige.
Unsere sehr ambitionierte „Einroll-Runde“ vom Vorabend war ein Witz gegen das,
was heute auf uns wartete.
Besonders weil es vom Scaletta-Paß ähnlich wieder hinab zur Alp Funtauna ging.
Nur das die Snowborder unter uns echte Vorteile hatten.
(Übrigens war ein Foto des Scaletta-Gletschers in einer Bike-Zeitung aus den 90er Jahren
Auslöser für diese Tour).
Endlich wieder unterhalb der Schneegrenze angelangt, zog sich unser Weg über
vom Schmelzwasser durchtränkte Almwiesen und dann, immer steiler werdend,
in die Einsamkeit der Bergwelt. Regionen, wie diese, ohne jegliche Infrastruktur,
sind in der Schweiz selten geworden.
Tage, wie diese, auch!
Oberhalb eines Hochtals war von weitem dann schließlich die Kesch-Hütte zu sehen.
Nur selten wurde die Stille vom Pfeifen der Murmeltiere unterbrochen
Nachdem alle (mit deutlichem Zeitversatz)
die letzten Höhenmeter zur Hütte bezwungen hatten,
half nur noch die köstliche Hüttensuppe des netten Wirts.
Der Tunnelblick der erschöpften Bike-Bergsteiger weitete sich rasch wieder auf,
um dann sprachlos die Kulisse aus Dreitausendern zu bestaunen und sich nun
auf eine Wahnsinns-Abfahrt von 1600 Hm hinab nach Filisur vor zu bereiten.
Diese war alle Mühe wert und dank fetter Bereifung und großer Bremsscheiben,
wurde der Ort ohne Blessuren erreicht.
Es gab kaum Zweifel darüber,
die Rückfahrt nach Davos in der Rhätischen Bahn zu genießen.
Und die Wartezeit bis zur Abfahrt mit einem lauwarmen Bier vom Kiosk zu verkürzen.
Außerdem wollten wir heute mal geduscht zum Fußball in die Egg-Bar.
In dem Moment, als unsere Pizza geliefert wurde, viel das erste Gegentor.
Als das Zweite kurz darauf viel, hatten alle vergessen,
das sie viele Stunden lang Ihre Bikes bergauf gewuchtet hatten.
Und der italienische Autokorso in Davos lies uns dann auch schnell in die Betten verschwinden.
Sehr regenerationsförderliches Spielergebnis!
Ein neuer Tag, die Sonne lacht! Heute wollen wir erstmals Bergbahnen nutzen.
Vom Riner Horn führt ein wunderschöner Trail mit nur leichtem Gefälle in das Sertig-Tal.
Anfangs passieren wir eine Reisegruppe älterer Damen,
die uns bereitwillig auf dem schmalen Pfad passieren läßt und
jeden noch in ein kurzen Plausch verwickelt. Auf der anderen Talseite wird der Weg einsamer,
noch schöner und führt sogar über eine Hängebrücke.
Die flüssige Fahrweise und die herrliche Streckenführung lassen uns die langen Aufstiege
der letzten Tage vergessen.
Es geht auch einfacher! Also nochmal mit der Bergbahn aufs Riner Horn und
weiter Richtung Monstein. Wir sind sprachlos.
Der Trail topt alles! Leicht wellig immer entlang der Hanglinie durch die Bergwälder schwingen
wir bis zur Hauder-Alm. Niemand ist zu sehen.
Aber ein Milchkübel in einem kühlen Brunnen und die Einladung auf einem Schild an
durstige Biker sich selber zu bedienen, nehmen wir gerne wahr. Köstlich!
Weiter bis Monstein wird’s etwas steiler, aber alles im spaßigen Bereich.
Bei Blaubeerkuchen und kühlem Monsteiner Sommer-Weizen genießen wir die Zeit,
bis uns die Rhätische Bahn wieder nach Davos bringt.
Auf der Sonnenterrasse vor unserem Hotel Bünda lassen wir den Tag ausklingen.
Samstag: Heute eröffnen die beiden höchsten Bergbahnen.
Somit ist der Weg frei zur „Bahnen Tour“: 10.000 Hm Abfahrt
sollen so um Davos und Klosters an einem Tag für Mountainbiker möglich sein.
Die Realität in den Höhen (2700m) sieht anders aus.
Die Strecke vom Weißfluhjoch zum Strelasattel, die wir vor zwei Jahren schon gefahren sind,
ist beim besten Willen nicht passierbar: Schnee ohne Ende!. Egal,
wir fahren Richtung Parsennhütte und zum Gotschnagrat.
Schöne Panoramawege und duftende Almwiesen lassen uns alle Abfahrtsrekorde vergessen
und wir genießen das Leben bei strahlender Sonne.
Knifflig wird’s abwärts zur Schwarzseealp und die einheimischen Freerider zeigen uns im
schroffen und verblockten Gelände ihre Hausstrecke. Wir sind weniger lebensverneinend
unterwegs und fühlen uns als Sauerländer auf den später folgenden Wurzel-Trails der
Bergwälder dann doch wesentlich wohler.
Hier wagt dann auch einer von uns einem flüssig fahrenden „Local“ zu folgen und ihn sogar
von hinten aus dem Weg zu klingeln.
Mit der Riesen Bergbahn fahren wir wieder zum Gotschnagrat hinauf und
stärken uns im Bergrestaurant. Danach peilen wir die Mittelstation an,
an der die heute eröffnete Freeride-Strecke beginnt und 6 km über lange North-Shore Trails
(schmale Bretterstege), Steilkurven und Sprünge bis hinab zur Talstation führt.
Ohne groß zu fackeln fahren wir in die Freeride-Strecke ein und das breite Grinsen
des ein oder anderen im Tal spricht Bände:
Auch so etwas kann Spaß machen!. Doch schnell fahren wir wieder mit der letzten Bergbahn
hinauf und treten den Heimweg an. Natürlich liegt nichts näher,
als nach der nun folgenden staubigen Abfahrt einen ausgedehnten Zwischenstopp
am/im Davoser See zu machen.
Fazit:
Unsere MTB-Tour 2012 in dieser grandiosen und sehr abwechselungsreichen
Kulisse Graubündens war ein tolles Erlebnis.
Ganz besonders in diesem Team, das alle Herausforderungen zur
Organisation und Durchführung einer solchen Tour gesund und munter gemeistert hat.
Danke dafür!
4. Juli  2012, Christian Krause
P.S.
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