Aktuelle Hinweise  

Aktuelle Trainingsaktivitäten:

Rennrad: bei gutem Wetter dienstags und donnertags 14 Uhr am Bahnhof

samstags 13 Uhr bei "Lebus" /Reh oder nach Absprache

MTB-Ausfahrt mittwochs 18.30 und samstags 14 Uhr

Hallentraining montags 18.30 - Adler-Halle

Wichtige Termine:

Samstag, 16.12.17 Wanderung ab Adler zum Weihnachtsmarkt Letmathe

Sonntag, 31.12.17 Silvestertour zum Mesekendahl - 13 Uhr ab Adler  

Weitere Termine - siehe Hauptmenü "Termine 2017"!

 

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Alpenüberquerung 2015

Reisebericht:

 

Am Ruhetag über den höchsten Pass der Alpen

 

22 Radsportler aus Hohenlimburg in 7 Tagen vom 21.06.- 27.06.2015 über die Pässe der Tour de France

 

Eine Radsportlerin und 22 Radsportler des ATS Hohenlimburg und der Windschattenkumpel Hohenlimburg haben sich den Traum erfüllt und sind die höchsten Pässe der Tour de France von Lausanne nach Nizza mit dem Rennrad gefahren. Nach entspannter Anreise im Intercity, der laut Digitalanzeige mit bis zu 298 km/h durch das Rheintal rauschte, erreichten die Hohenlimburger die schöne schweizer Stadt Lausanne am Genfer See. Die Fahrer des Begleitwagens waren bereits voraus gefahren und hatten die Räder schon in Reih und Glied am Bahnhof abgestellt, so dass die Radsportler nur noch auf die Räder steigen mussten und gleich losfahren konnten. Die 1. Tagesetappe führte entlang des Genfer See nach Martigny am Fuße der Walliser Alpen. Die Schweizer sind sehr Radsport begeistert. Die Radgruppe wurde von vielen Passanten fröhlich winkend mit Anfeuerungsrufen gegrüßt. Auf der 80 km langen Etappe konnten die Hohenlimburger rechts den wunderschönen See und links die malerischen Weinberge bestaunen. Die erste Rast wurde an der Promenade des mondänen Badeortes Montreux gemacht. Direkt vor dem Grand Hotel von dessen Balkon damals die englische Rockgruppe Deep Purple vom Balkon aus die brennende Konzerthalle sahen. Dort wollten sie am nächsten Tag auftreten. Der Weltsong „Smoke on the Water“ ist damals spontan daraus entstanden, als die Rockmusiker die Rauchschwaden über dem Wasser des Genfer See ziehen sahen.

Mit dem Ohrwurm `Smoke on the Water´ waren dann die letzten Kilometer zum Etappenort ein Kinderspiel. Ein Radsportler trat auch gleich zum obligatorischen Ortschildsprint an, den die anderen aber wegen der schönen Aussicht auf die Schweizer Berge verschlafen haben.

Nach dem ruhigen Anreisetag ging es am 2. Tag über den großen St. Bernhard

(2.469m) ins italienische Aosta Tal.

Die Radgruppe hat sich jeden Tag in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe 1 mit den besonders starken Bergfahrern und eine Gruppe 2 mit den normal trainierten Fahrern. Die Gruppe 1 Fahrer haben meistens noch einen zusätzlichen Berg auf den Tagesetappen in Kauf genommen. So kamen manchmal über 1000 hm zusätzlich auf die normale Tagesetappe. Die Hohenlimburger hatten das so gut organisiert, dass sich die beiden Gruppen an bestimmten Treffpunkten meist wieder trafen und man gemeinsam bei Kaffee und Kuchen die wunderschöne Bergwelt bestaunen konnte.

Die Gruppe 1 Fahrer schwärmten von besonders schönen Gegenden, einsamen Bergseen und malerischen Orten auf den zusätzlichen Etappen.

An den steilen kilometerlangen Aufstiegen trennt sich schnell die Spreu vom Weizen.

Ein guter Bergfahrer ist mehr als eine  halbe Stunde eher auf der Passhöhe als der letzte. Selbstverständlich kam der sportliche Ehrgeiz nicht zu kurz. Die Pässe wurden alle ausgefahren. Als stärkster Fahrer der Gruppe 1 kristallisierte sich Michael Trapp heraus. Der Bergfloh der Gruppe 2 war der älteste Teilnehmer Günther Gerber. Alle Fahrer wurden oben bereits vom Besenwagenfahrer Jürgen Wollenweber erwartet und mit lautem `Hallo` begrüßt. Die nachfolgenden Sportler wurden von den bereits Anwesenden beklatscht. Jede Passankunft ist ein besonderes Erlebnis und man kann stolz darauf sein, die Anstrengung gemeistert zu haben. Nach dem obligatorischen `Passfoto´ geht es zur Belohnung in die rauschende Abfahrt. Hier erreichen die Rennradfahrer Geschwindigkeiten von über 80 km/h. Aber die Abgründe, häufig ohne Leitplanken,   mahnten natürlich zur Vorsicht. Alle Fahrer sind wohlbehalten wieder zuhause angekommen. Der italienische Ort Aosta zeigte sich von seiner schönsten Seite. Italienisches Flair aus dem Bilderbuch. Bei einem großen Eisbecher wurde die wunderschöne Kathedrale und die malerische Altstadt bestaunt. Beim abendlichen Bummel konnten die Hohenlimburger das südliche Lebensgefühl genießen. Die Bambinis laufen noch nachts mit ihren Eltern durch die Gassen. Nette Restaurants, Vino und leckeres Birra Moretti, einfach herrlich!    

Am 3. Etappentag fuhren die Hohenlimburger aus dem schönen Aosta Tal  zuerst direkt auf den Mont Blanc zu, der seinem Namen alle Ehre machte und schneebedeckt in der Sonne glitzerte. Über den Cole San Carlo und den kleinenSt. Bernhard Pass (2.188 m) ging es rüber nach Frankreich in den  Wintersportort Val d´Isere auf 1.840 m. Hier wurden die Sportler in ihrem Etappenhotel von der englischen Wirtin Lucie besonders freundlich bewirtet.

Der 4. Tag war eigentlich als Ruhetag geplant, bevor es an den weiteren Tagen auf die ganz großen Klassiker der Tour de France weitergehen sollte. Was Radsportler als Ruhetag bezeichnen, sieht anders aus. Selbst die Gruppe 2 Fahrer mussten 1235 Höhenmeter (hm) und 89 km bewältigen. Die Hohenlimburger fuhren am Ruhetag von Val d´Isere aus auf den höchsten Alpenpass (2764m), den Col de I´Iseran. Aber auch diese Herausforderung haben alle geschafft. Auch die Motorradfahrer, die ebenfalls gerne die Passtrassen befahren, gratulierten den oben ankommenden Radfahrern.

Am nächsten Morgen wurde die 5.Etappe früh gestartet, denn es sollte vom Tal aus über den Tour de France Klassiker `Col du Galibier´ (2.636 m) gehen. Was für eine Gegend in den Savoyer Alpen! Das muss man als Radsportler erlebt haben. Herrliche Bergseen, reißende Flüsse und Traumaussichten. Der Galibier wird in den Handbüchern der Tour de France nicht umsonst als `hors catégorie` / Ausnahme Katerogie bezeichnet. Die Strassenkehren sind zum Teil mit den Namen der großen Toursieger bemalt (Pantani, Ulrich, Amstrong etc.) Nur, dass die Hagener diese Pässe tatsächlich mit Quellwasser in den Wasserflaschen und nicht mit Dopingmitteln raufgekommen sind.

Oben an der Passhöhe konnte man ein Murmeltier beobachten, was sich auf Radfahrer eingestellt hat. Anstatt scheu in einer Erdhöhle zu verschwinden, saß es seelenruhig am Straßenrand und aß einen Müsliriegel, den wohl ein anderer Radsportler verloren hatte. Wer der Meinung war, dass nach dem Galibier keine weitere Steigerung mehr kommen kann, der wurde auf der 6.Etappe von der alten Festungsstadt Mount Dauphin  nach St. Etienne vor eine noch größere Aufgabe gestellt. Das Organisationsteam um Carsten Schäfer hatte sich mit dem Col de La Bonette noch das schwerste Schmankerl vorenthalten. Zuerst wurde in fast unwirklich schöner Gegend der Col de Vars (2.071 m) genommen und nach rasanter Abfahrt ging es auf den Col de La Bonette (2.715 m). Als besondere Belohnung hat man zusätzlich zur Passtrasse noch einen Rundweg gebaut, der bis auf 2.802 m herauf geht. Alle haben sich das nicht nehmen lassen. Was für ein Tag, was für Qualen, was für Glücksgefühle!

Nach einer beeindruckenden Serpentinenabfahrt merkte man im beschaulichen

St. Entienne am Fluß Tinée, dass man in Südfrankreich angekommen war.Die Menschen spielen Boule in den Parks und abends in den Lokalen spürt man das fröhliche südländische Lebensgefühl.

Die 7.Etappe führte die 1. Gruppe noch über den Col Saint Martin nach Nizza.

Die 2. Gruppe genoss eine 70 km lange Abfahrt am reißenden Gebirgsfluss Tinée entlang mit einer beeindruckenden Schlucht. Dann endlich Nizza! 35 Grad, Cote d´Azur, Strandpromenade, blaues Meer! Einige   Sportler sprangen vor Freude gleich ins Meer. Was für aufregende Tage die Hohenlimburger erlebt hatten und das bei fast durchweg Kaiserwetter mit blauem Himmel. Diese Erlebnisse werden sich bei jedem für immer ins Gehirn eingebrannt haben. Alle sind gesund angekommen. Ein kleiner Sturz lief glimpflich ab. Die kleineren Reparaturen wurden schnell und gekonnt vom Besenwagenfahrer Jürgen Wollenweber erledigt.

 

Am Abend ließen es die Hohenlimburger in einem Strandlokal an der Cote d´Azur kräftig krachen. Als dann die Musiker im Lokal überraschend noch ´Smoke on the water´ spielten, gab es kein Halten mehr und einige gingen auf die Tanzfläche. Alle können stolz auf ihre Leistung sein. Belohnt haben sie sich selber. Ein kleiner Wehrmutstropfen war dann am Ende aber doch noch zu verzeichnen. Der einzigen weiblichen Teilnehmerin (Heike Schäfer) wurde vor einem Strandlokal das Rennrad geklaut. Trotz dieses Ärgernisses überwiegen aber auch bei ihr die positiven Erlebnisse.

 

Am Sonntagnachmittag reisten die Hohenlimburger wieder nach Hause. Tagsüber konnte man noch beim internationalen Ironman Nizza zuschauen. Das war dann noch das I -Tüpfelchen auf wirklich gelungene Tage. 

   
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