Aktuelle Hinweise  

Aktuelle Trainingsaktivitäten:

Rennrad: bei gutem Wetter dienstags und donnertags 14 Uhr am Bahnhof

samstags 13 Uhr bei "Lebus" /Reh oder nach Absprache

MTB-Ausfahrt mittwochs 18.30 und samstags 14 Uhr

Hallentraining montags 18.30 - Adler-Halle

Wichtige Termine:

Samstag, 16.12.17 Wanderung ab Adler zum Weihnachtsmarkt Letmathe

Sonntag, 31.12.17 Silvestertour zum Mesekendahl - 13 Uhr ab Adler  

Weitere Termine - siehe Hauptmenü "Termine 2017"!

 

Link zu unserem Hauptverein: ATS-Nahmer

 

 

   

Hohenlimburg–Lievin–Hohenlimburg - 1100 km in 4 Tagen

Morgens um 6 Uhr ging es los von der Adler-Turnhalle. Ein etwas mulmiges Gefühl stellte sich ein, wenn man an das 300 km entfernte Zwischenziel Namur dachte. Werde ich es schaffen? Kann ich mit der starken Gruppe mithalten? Wird das Wetter gut bleiben? Bleiben wir von Zwischenfällen verschont? Jedes Malheur würde Zeit kosten und die Ankunft am Abend verschieben, denn bei 300 km und einem Durchschnittstempo von ungefähr 30km/h und ca. 2 Stunden für Ess- und Trinkpausen, braucht man schon 12 Stunden. Doch es war zunächst alles bestens: gutes Wetter, gute Stimmung – in 2 ½ Stunden waren wir schon an der Rheinfähre. Mittags hatten wir dann die belgische Grenze erreicht. Das Wetter meinte es schon zu gut mit uns: Fahren war angenehmer als stehen bleiben, so feuchtwarm war es!

Dank des von Helmut Böving gut programmierten Navigationssystems verlief die Fahrt nach Namur reibungslos, zügig und ohne Umwege über meist ruhige Landstraßen. Und so waren wir schon um 17Uhr30 – früher als erwartet - in Namur. Den Abend konnten wir an der Jugendherberge direkt am Ufer der Maas richtig genießen.

Am nächsten Morgen konnten wir nicht ganz so früh starten, aber wir mussten ja auch „nur“ noch ca. 220 km bis Lievin zurücklegen und wollten um spätestens 17 Uhr zu einem kleinen Empfang am Rathaus von Lievin ankommen. In Frankreich mussten wir ohne die modernen Navigationstechnik auskommen, aber Frank Fischer hatte alle Details der kürzesten Strecke nach Lievin genau erkundet. Nachdem wir aus dem „Moise-Tal“ (Maas) heraus waren, ging es in die Ausläufer der Ardennen und plötzlich fuhren wir in dichtem Nebel. Die Temperaturen sanken erheblich, was sich aber als durchaus angenehm herausstellte. Durch die landwirtschaftlichen Weiten Belgiens und Frankreichs näherten wir uns bei wieder stabiler Wetterlage - nur aufgehalten durch zwei Platten - dem angestrebten Ziel. Dann vor der ersten größeren Stadt Douai führte uns die Beschilderung auf die Autobahn – für Radfahrer verboten! Mehrere Versuche einer Umfahrung der Stadt führten zum selben Ergebnis: Autobahn! Ca. 50 km vor Lievin und wir fuhren im Kreis. Erst eine weiträumige Umfahrung brachte uns schließlich weiter, mit dem Ergebnis von 30 km Umweg und einem Zeitverlust von ca. 1 ½ Stunden.

In Lievin wartete man natürlich schon auf uns, schließlich konnten wir uns um 18.45 vor dem herrlichen Rathaus von Lievin zum Foto in Positur stellen. Leider blieb so nur wenig Zeit Lievin noch näher zu erkunden.

Nach der Übernachtung im Sportzentrum der Stadt Lievin (wo übrigens gerade eine riesige Sport-Anlage neu erbaut wird), wurden wir am Morgen von der städtischen Beauftragten für Sport Jacqueline Fauth herzlich verabschiedet. Da diese selbst Rad fährt, konnte sie uns den richtigen Weg aus Lievin heraus zeigen. Über eine landschaftlich reizvolle südliche Route ging es wieder zurück zur Zwischenstation Namur.

Spät gestartet – nach einem reichhaltigem Frühstück – kamen wir nach wieder 250 km auch erst spät dort an. Verschwitzt und in Radkluft „überfielen“ wir die nächstgelegene Pizzeria, in der unser Radkollege Giovanni dank seiner italienischen Muttersprache unmissverständlich klar machen konnte, dass wir einen Mordshunger und –durst hatten. Die Rechnung fiel entsprechend aus!

Die vierte und letzte Etappe nach Hause setzte uns natürlich wieder unter Zeitdruck, keiner wollte erst spät am Abend zu Hause ankommen. Also wurde ohne Frühstück um 6Uhr30 aufgebrochen. Frühstückspause war dann erst in Lüttich, wo auch unser Begleitfahrzeug aufgetankt werden wollte. Aber: Sonntagmorgen, keine Tankstelle offen, keine Karte für den Tankstellen-Bankomaten! Zum Glück fanden wir einen netten Belgier, der uns für Scheine seine Karte benutzen ließ. Ein Reifenschaden wegen Durchfahrens einer Baustelle hielt uns dann noch mal ein wenig auf. Aber sonst ging es ohne Umwege in die Niederungen von Aachen, wo wir bei guten Straßen und exzellentem Windschattenfahren das Tempo auch schon mal auf 45-50 km/h hochtrieben und um 15 Uhr wieder unsere Rheinfähre erreichten.

Auf den letzten 80 km durch das bergische Land, über Breckerfeld und ins Volmetal ging es dann nur noch um das Durchhalten. Am letzten Berg – vom Volmetal nach Emst hinauf - begrüßte uns Hagen dann mit Donnergrollen und einem Gewitterschauer. Aber so kurz vor Zuhause haben wir die Regenjacke dann auch nicht mehr ausgepackt.

Was macht den Reiz einer solchen (Tor-)Tour aus? Es ist nicht die sportliche Herausforderung alleine, es ist vor allem das Gemeinschaftserlebnis: Eine Rennradgruppe lebt vom Windschattenfahren, was bedeutet, dass man immer in einem Abstand von ca. 50 cm hintereinander herfährt. Und das funktioniert nur gut, wenn sich die Gruppe als Kollektiv versteht. Jeder Fahrfehler bringt die ganze Gruppe in Gefahr, der Schwächere ist auf die Rücksichtnahme der Stärkeren angewiesen und die Gruppe ist nur gut, wenn sie harmoniert und sich stets rücksichtsvoll verhält.

Die Lievin-Tour-2007 wird in die Radsportgeschichte des ATS-Nahmer als ein besonderes Ereignis eingehen - für die Teilnehmer vielleicht als ein „einmaliges“.

Mit dabei waren:

Thomas Richter, Carsten Schäfer, Jürgen Wollenweber, Giovanni Spilotros, Andreas Brockmann, Rüdiger Arens, Helmut Böving, Frank Fischer, Hans Jerusel, Gaston Löwelt, Volker Renfordt

Gedankt werden soll noch den Sponsoren der Fahrt:

Getränkemarkt „dursty“

Stadt Hagen

Holibru

Autohaus Jürgens

   
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